Samstag, 21. Mai 2016

fatto in casa - heute wird zu Hause gekocht

Heute will der Signore die gestern gekauften Steinpilze verarbeiten, d.h. wir kochen zu Hause. Wird auch mal wieder Zeit. Doch das Wetter ist zu schön, um lange in der Küche zu stehen. Da bietet sich doch Grillen an.


Ein doppelt geschnittenes Kalbskotelette ist mehr als ausreichend für zwei Personen. Ich habe es heute morgen schon mit frisch gemahlenem Pfeffer und etwas Olivenöl mariniert. 

Während ich draussen am Grill stehe, brät der Signore drinnen in der Küche die Steinpilze mit etwas Schalottenwürfeln an, gibt etwas gehackte Petersilie dazu und serviert sie dann mit dem gegrillten Fleisch.


Dazu habe ich in Scheiben geschnittene Zucchini und Fenchel gegrillt, kurz vor dem Servieren mit etwas Zitronensaft und Olivenöl beträufelt und mit etwas fleur de sel bestreut serviert.

Heute Morgen waren wir noch über den Markt von Bellinzona gebummelt und haben ein Stück vom köstlich knusprigen Pane del mercato gekauft. Dieses wird zwar in 5 kg Laiben gebacken, aber glücklicherweise auch stückweise verkauft.

Mit einem Glas herrlich gekühltem Weisswein - Gambarogno Bianco 2014 - war das ein köstliches Mahl.

Freitag, 20. Mai 2016

Bottegone del Vino, Lugano

Bottegone del Vino, Via Magatti 3, Lugano
Tel. 091 922 76 89, geöffnet von Montag bis Samstag, Reservierung nur für abends möglich

Heute sind wir bei wieder wunderschön sonnigem Wetter durch Lugano gebummelt, waren seit ewigen Zeiten mal wieder beim Feinkosthändler Gabbani. Natürlich muss ich, wie unzählige andere Touristen vor mir, das obligatorische Salami-Bild schiessen:


Anschliessend haben wir noch bei Mion Frutta e Verdura u.a. sündhaft teure Walderdbeeren und zwei frische Steinpilze gekauft, keine Ahnung, wo die jetzt herkommen, aber manchmal muss so etwas einfach sein. Oregano aus Sizilien musste auch mit (als Mitbringsel für Yannick). Mit unserer Beute sind wir dann im Bottegone del Vino angekommen und finden, da wir noch sehr früh dran waren, einen schönen Tisch draussen.

Wie auch bei unserem ersten Besuch kürzlich (klick hier) sind wir wieder sehr angetan, sowohl vom aufmerksamen, kompetenten Service als auch von der Qualität des angebotenen Essens, dass draussen an der Schiefertafel mundwässernd angeschrieben steht.

Es gibt für den Signore Tessiner Schinken und weisse Spargel auf einer sensationellen Parmesan-Creme (leider ist mir kein sensationelles Foto gelungen, daher müsst ihr mir einfach so glauben, dass es köstlich geschmeckt hat).

Genau so wie meine Gamberetti auf Mönchsbart mit einer knusprigen Focaccia-Scheibe dazwischen


Anschliessend für den Signore die hausgemachten Ravioli mit Brasato und Ricotta gefüllt, eine kleine feine Sauce dazu, Mozzarella-Späne darüber:


und für mich ein köstliches Seezungen-Ragout in Safran-Sauce auf fregola sarda, Bohnen und salicornes


Ich bin - wie schon bei unserem ersten Besuch - begeistert von dem grossen Angebot an offen ausgeschenkten Weinen, für den Rosato-Fan bei uns am Tisch empfiehlt uns der freundliche Kellner den Primello der Cantina Vinattieri aus Merlot und Pinot nero und für die Weissweintrinkerin am Tisch gibt es von einem meiner bevorzugten Winzer Guido Brivio den Ronco Bain (ein reinsortiger Sauvignon bianco).

Giardino Lago, Minusio (bei Locarno)

Ristorante Giardino Lago, Via alla Riva, 6648 Minusio

Seit unserer Ankunft an Pfingst-Sonntag machte die Sonnenstube der Schweiz ihrem Namen mal wieder alle Ehre, da gönnen wir ihr doch gerne einen Tag Auszeit und ertragen einen verregneten Tag mit Gelassenheit. Hier im farbenfroh gestalteten Giardino Lago geht das mit fröhlichen Farben und köstlichem Essen am leichtesten


Ich geniesse mal wieder (weil ich das meistens hier esse, wenn ich nicht gerade die Antipasti-Variation probiere):


Insalata Lago mit Kräutern, Gemüse, Oliven und karamellisierten Kernen

und anschliessend kann ich meine Lust auf viel Gemüse stillen mit diesem köstlichen Teller


diverse Frühlingsgemüse, darunter auch Baby-Artischocken mit Zwiebeln, dazu frische Erbsen, Romanesco, Blumenkohl, Karotten, Ratatouille, wunderbar abgeschmeckt mit Kräutern

Währenddessen frönt der Signore mal wieder der Fleischeslust ;-)


ein Filetsteak, das im 800 Grad heissen Ofen zubereitet unvergleichbar aromatisch schmeckt. Dazu braucht es nicht viel... zumindest nicht auf seinem Teller, etwas hausgemachte BBQ-Sauce, ein paar geröstete Kartoffeln, ein Piekser Gemüse von meinem Teller 

Dazu der offen ausgeschenkte Matirolo Bianco für den Signore - und für mich (leider) das Getränk für Chauffeure... beim nächsten Mal darf ich mich aber wieder ausgiebig der Weinkarte widmen

Donnerstag, 19. Mai 2016

La Trattoria Cibo e Passione

La Trattoria, Via Marcacci 9 (Ende Via Cittadella), 6600 Locarno
Tel. 091 751 64 44



'La Trattoria' - einfach nur La Trattoria... wer sich so selbstbewusst einfach nur 'Die Trattoria' nennt, macht mich neugierig. Wohl aber mit der zusätzlichen Bezeichnung Cibo e Passione - das drückt schon eher das aus, was Simone Bianchi in der Küche leistet. Denn mit Leidenschaft kocht er stundenlang das ragù für seine Lasagne und mit Leidenschaft kocht er sicherlich auch seine anderen Köstlichkeiten, die in der Trattoria auf der Speisekarte stehen.

Schon das Lesen der Karte bereitet mir grosses Vergnügen und ich könnte mal wieder von oben rechts nach unten links probieren und muss dann doch eine Auswahl treffen.


Blattsalate, eingelegte getrocknete Tomaten, Sonnenblumenkerne, selbstgebackene, wunderbar schmeckende Grissini und als Highlight Tunfisch, selbst mariniert in Olivenöl und Gewürzen.

Spaghetti di Gragnano alla Siciliana:



Die Pasta natürlich hausgemacht, mit Würfeln von Schwertfisch, Kapern, Limone und Oliven (nicht irgendwelchen, sondern die aromatischen Taggiasche finden hier Verwendung).

Für den Signore darf es etwas fleischiges sein:

Filetto di Manzo agli Asparagi - mit frischen Tessiner Kräutern perfekt gegartes Rinderfilet und gebratenem grünen Spargel

Dazu getrunken haben wir hat der Signore den Preludio 2015 von Chiodi, ein 100 %iger Merlot, weiss ausgebaut, den es auch glasweise gibt.

Überhaupt die Weine! An der grossen Tafel sind die Empfehlungen angeschrieben - vieles gibt es offen. Das liest sich sehr schön - ach, warum habe ich mich nur ausgerechnet heute als Chauffeuse angeboten? Aber ich muss da ja wieder hin und dann hole ich das nach ....

Freitag, 15. April 2016

Pane Farina Bona - ein Brot, das nach Popkorn schmeckt

Als Zorra zum Blog-Event Essbare Wunder einlud, kam mir sofort die Tessiner Spezialität Farina Bona in den Sinn. Wenn von essbaren Wundern die Rede ist, darf dieses Wunder-Mehl nicht fehlen!


Foto: farinabona.ch
Farina Bona ist ein Mehl aus geröstetem Mais, das in alten Mühlen im Tessiner Onsernone Tal nach traditioneller Methode hergestellt wird. Dieses Wunder-Mehl duftet nach Popkorn und Karamel und eignet sich daher ganz besonders für die Herstellung von Süssem, wie z.b. Eis oder Mousse aus Farina Bona. Aber auch bei der Herstellung von Pastateig wird es eingesetzt und verleiht den Nudeln einen eigenen, ganz besonderen Geschmack. Robert von lamiacucina hat ebenfalls schon mit Farina Bona experimentiert, hier ein Rezept für eine Zabaione und hier ein Rezept für Pappardelle.

Verrührt man die Farina Bona mit kaltem Wasser, zeigt sich sehr schnell ihre erstaunlich hohe Quell-Eigenschaft - das wollte ich in einem Brot ausprobieren. Heraus kam ein wunderbares Brot mit einer knusprigen Kruste und einer weichen, saftigen Krume. Schon während des Backens breitete sich ein köstlicher Duft nach Popkorn in der Küche aus. 




Die Zutaten sind variabel, da dürft ihr ruhig mit den Mehlen etwas spielen, genau so wie mit der Auswahl der Samen und Nüsse. Nur die Übernachtgare ist wichtig, damit der Teig richtig schön aufgeht.

ich nehme:


  • 250 g Dinkelmehl
  • 150 g Dinkelvollkornmehl
  • 100 g Farina Bona
  • 80 g Mandeln
  • 30 g Leinsamen
  • 30 g Chiasamen
  • 30 g Kürbiskerne
  • 30 g Erdmandel Knabberkerne
  • 1 EL feines Meersalz
  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 12 g Hefe
  • 2 EL Rotwein-Essig
  • Sesam oder Haferflocken für die Form


und los gehts:

Die Mandeln im Blitzhacker in grobe Stücke hacken.

Die verschiedenen Mehle mischen, Mandeln, sämtliche Samen und das Salz dazu geben.

Etwas von dem lauwarmen Wasser wegnehmen und darin die Hefe auflösen. Dann alles zusammen mit dem Essig und dem restlichen Wasser in die Küchenmaschine geben und kurz durchrühren. Der Teig soll ein wenig flüssig sein. Evtl. noch ein wenig Wasser zugeben.

Eine Kastenform gut ausbuttern, mit Sesam und/oder Haferflocken ausstreuen und den Teig einfüllen. 

Ab damit in den Kühlschrank - mindestens über Nacht. Danach ist der Teig in der Form schön aufgegangen und kann nun in den Backofen (braucht nicht vorgeheizt zu werden).

Bei 200 Grad Ober-/Unterhitze 1 Stunde backen, dann herausnehmen, aus der Backform stürzen und nochmals für ca. 10 bis 15 min ohne Form auf dem Backofengitter backen.

Auskühlen lassen und dann dieses wunderbare Popkorn-Brot geniessen.



Blog-Event CXVIII - Essbare Wunder (Einsendeschluss 15. April 2016)

Samstag, 26. März 2016

Grotto La Baita und das Oster-Capretto

Grotto La Baita, Via Orgnana 75B, 6573 Magadino,  Tel.Nr. 091 780 43 38
http://grottolabaita.ch
geöffnet von Mittwoch bis Sonntag, mittags und abends
(vom 15. Juli bis 15. August: Montag geschlossen, Dienstag abends und Mittwoch bis Sonntag mittags und abends geöffnet)

Das traditionelle Osteressen im Tessin ist Capretto oder Gitzi. In Deutschland ist es als Zicklein bekannt. Doch egal wie man es nennen mag - der Signore findet, dass es hier im Grotto La Baita unnachahmlich gut schmeckt.

Davor teilen wir uns eine Tagliere di Affettati Misti - eine Platte mit den typischen Tessiner Wurstwaren (Lardo, Coppa, Mortadella, Salami, Proscuitto) sowie den wunderbaren Cicoria con Cipolle e pomodorini, einen Salat, den ich auch hier schon mal in meinem Blog mit einem eigenen Rezept erwähnt habe (klick hier)


Anschliessend gibt es für den Signore sein lang ersehntes Capretto


und weil er davon so begeistert ist, soll ich noch ein weiteres Foto posten ;-):


Capretto ist nichts für mich - daher bekomme ich - auch wenn es nicht auf der Karte steht, von Gian Luca Asparagi alla Milanese zubereitet


Eigentlich sind wir nun satt....
wenn da nicht der Käse wäre .... köstlichste Tessiner Käse: aus dem Valle Maggia, aus Airolo, ein wunderbar kräftiger Alpkäse, dazu Feigensenf, ach, ich brauche dazu dann auch noch ein Schlückchen Merlot ... hmmmm, es geht uns heute wieder gut!!!


Mein Capretto-Rezept findet ihr hier (klick) und wer wissen möchte, wie Gian Luca im Grotto La Baita das Gitzi zubereitet, kaufe sich dieses wunderschöne Buch, in dem noch zwei weitere Rezepte von ihm veröffentlicht sind:


Freitag, 25. März 2016

Bottegone del Vino, Lugano

Bottegone del Vino, Via Magatti 3, Lugano
Tel. 091 922 76 89, geöffnet von Montag bis Samstag, Reservierung nur für abends möglich

Dies ist mal wieder eine Neuentdeckung ganz nach meinem Geschmack! Ich bin begeistert und ihr müsst nun meine Begeisterungsstürme ertragen. 

Nach einer kleinen Shoppingtour in Lugano stand mir der Sinn nach einer kleinen Pause bzw. ganz konkret nach einem Prosecco. Mitten im Gewirr von schönen Geschäften und parallel zur Via Nassa (direkt hinter dem Nespresso-Geschäft) findet sich dieses Wein-Bistro. Wir sind eigentlich nur eingetreten um etwas zu trinken. Doch das Angebot an offenen Weinen und Speisen, die an der Wand an Schiefertafeln angeschrieben standen, verführte uns und so kehrten wir nach einer weiteren kurzen Shoppingrunde auf dem Rückweg dort wieder ein.



Die Atmosphäre erinnerte mich ein wenig an ein Pariser Bistro, das Ganze aufgefrischt durch italienische lärmende Fröhlichkeit. Die Kellner sind alle sehr  aufmerksam, kompetent und gut aufgelegt - das gefällt mir! 

Das Weinangebot ist umfassend, die Auswahl an offen ausgeschenkten Weinen beeindruckend. Jeden Monat wird ein Tessiner Winzer vorgestellt, durch dessen Weinsortiment sich man dann glasweise trinken kann. Ich habe den Signore (mal wieder) zum Chauffeur erklärt und begann, mich ausführlich mit dem Angebot des Winzers dieses Monates, dem Weingut Kopp von der Crone Visini, zu beschäftigen. Dabei wurde ich kompetent vom Service beraten.



Zum Apéritif wurde uns ein Teller mit selbstgebackenen Crissini, die mit Coppa umwickelt waren, Crostini mit Rinder-Tatar und Crostini mit Kalbs-Tatar serviert. Alles wunderbar würzig, gekonnt abgeschmeckt.

Anschliessend teilten wir uns zwei Vorspeisen: 

Einmal Tunfisch-Carpaccio mit Panzanella, dem toskanischen Brotsalat, wie ich ihn so fein bisher noch nirgendwo gegessen habe



ähm.... ursprünglich wurde der Teller anders serviert, doch ich besann mich erst im allerletzten Moment auf meine Fotografen-Pflicht und kann ihn euch nur noch in zerzupftem Zustand präsentieren, doch glaubt mir, es schmeckte grandios

unser zweiter Teller bestand aus einem hauchdünn aufgeschnittenen Rohschinken, serviert mit Ciccoria und Büscion, diesmal zückte ich die Kamera rechtzeitig:



ein Blick von einem unserer aufmerksamen Kellner, der bemerkte, dass wir uns dies teilten und schon standen zwei weitere kleinere Teller vor uns und der Schinken-Teller wurde zwischen uns geschoben.

Für den Signore gab es zum Abschluss noch eine Früchte-Tarte





Die im Bottegone del Vino herrschende Atmosphäre, die Aufmerksamkeit der fröhlichen Herren im Service, gemischt mit Lässigkeit und das interessante Wein- und Essensangebot haben mich begeistert - ich muss da ganz schnell wieder hin!


Mittwoch, 23. März 2016

Spaghettini salsiccia e funghi - Spaghettini mit Salsiccia und Pilzen



Pasta mit dieser köstlichen, nach Fenchel duftenden italienischen Wurstspezialität gibt es in unzähligen Varianten, für mich ist sie der Inbegriff von italienischen Pastagerichten. Salsiccia in guter Qualität ist nicht immer leicht zu bekommen. Bevor ihr irgendeine mindere Qualität aus dem Supermarkt kauft, nehmt lieber eine grobe Bratwurst, die ihr zusätzlich mit ein paar Fenchelsamen aufpeppt. Meistens wird die Salsiccia in Tomatensugo serviert, ich wollte diesmal das pure Aroma, unterstützt durch aromatische getrocknete Steinpilze und frische Steinchampignons.



Das ist Pasta zum Reinsetzen!

ich nehme (für 2 Personen):

ca. 200 g Pasta (ich: Spaghettini)
ca. 200 g Salsiccia
20 g getrocknete Steinpilze, eingeweicht,
200 g Champignons, blättrig geschnitten
1 Zwiebel, geschält, in dünne Spalten geschnitten
Olivenöl
ein guter Schluck Weisswein
Salz, Pfeffer
1 - 2 EL gehackte glatte Petersilie

und los gehts:

Die Salsiccia aus der Pelle drücken und entweder zu kleinen Bällchen formen oder in kleinere Stücke schneiden. 

Die getrockneten Steinpilze abtropfen, die Einweichflüssigkeit aufheben. In einem kleinen Topf in nur wenig Olivenöl zugedeckt weich schmoren, mit der Flüssigkeit ablöschen. Zwiebel und Salsiccia in Olivenöl braten, vorsichtig salzen und pfeffern. Dann die Champignons dazu und kräftig mitbraten. Die Steinpilze dazu, mit etwas Weisswein ablöschen, gehackte Petersilie dazu.

Die Pasta nach Anweisung nur ganz knapp al dente garen, abgiessen und in die Pfanne zu Salsiccia und Pilzen geben, abschmecken. Evtl. mit frisch geriebenem Parmesan bestreut servieren.

Nachtrag: Gerade entdeckt: Wer selber wursten mag, findet hier das entsprechende Rezept!



Mittwoch, 9. März 2016

Grotto Lauro, Arcegno - das ist wie nach Hause kommen

Grotto Lauro, Via Ceu, Arcegno, Tel. 091 791 42 96
ab März 2016 wieder geöffnet

Am letzten Tag unseres schönen Weihnachtsurlaubes im Tessin besuchten wir mal wieder das Grotto Lauro. Wir hatten gerade noch einmal Glück gehabt, denn zwei Tage später schlossen Ruth und Aldo Sigel ihr Grotto, um in den wohlverdienten Winterurlaub zu gehen. Doch nun ist ja glücklicherweise wieder geöffnet und wir werden bestimmt bald wieder nach Arcegno fahren.

Ein Besuch im Grotto Lauro, das ist für uns wie nach Hause kommen. Seit über 30 Jahren kommen wir hier hoch nach Arcegno und geniessen die Gastlichkeit der beiden. Man kennt sich, man kennt die Familie, man erkundigt sich, wie es den Kindern geht und man erzählt kleine Anekdoten von früher. Wie z.B. unser Sohn Yannick schon als kleiner Junge hier ein und aus ging und jedesmal vehement seine Tortellini in Gorgonzola-Sauce einforderte. Ich glaube, dass der Koch bereits beim Herannahen des kleinen Kerls seine Pfanne anwarf und die Sauce rührte. Diese speziellen hausgemachten Tortellini stehen schon längst nicht mehr auf der Speisekarte des Grottos, aber auch für Gerhard wäre das Grotto Lauro ohne diese besagten kleinen Köstlichkeiten, die nur hier so unnachahmlich gut schmecken, nicht DAS Grotto Lauro. 

Zwischendrin gab es mal eine Zeit, da wurden sie in weiss und grün serviert. Daraufhin stürzte beinahe die Tortellini-Welt von Vater und Sohn zusammen und der Koch musste in der Küche die grünen aussortieren, um nur nicht mit jahrelangen Gewohnheiten brechen zu müssen.





Auch wenn sie schon längst nicht mehr auf der Speisekarte stehen, enttäuschte Aldo meinen Mann nicht und bereitete ihm unaufgefordert seine Lieblingspasta zu.

Für mich gab es die Lachsvariation (Lachs als Tatar, in Scheiben und als kleine Rolle mit Meerrettich) auf Salat



Anschliessend für den Signore seine geliebte Fegato alla Veneziana (Kalbsleber, Zwiebel, Kräuter), serviert mit hausgemachten Tagliatelle



und für mich gebratenes Perlhuhn mit Gemüse und Rosmarin-Kartoffeln



Getrunken haben wir den Carato Bianco 2013 von Delea, einen im Barrique ausgebauten Weisswein aus Chardonnay, Sauvignon und Sémillon (Eingeweihte wissen nun sicherlich, dass ich die Flasche alleine austrinken durfte, denn dies war kein Wein, der dem Signore geschmeckt hat - böse Zungen mögen behaupten, ich wähle solche Weine ganz bewusst und in voller Absicht aus).

Montag, 7. März 2016

Ristorante da Gina, Ascona

Ristorante da Gina, Viale Monte Verità 19, 6612 Ascona
Ruhetag: Mittwoch und Donnerstag
Tel. 091 791 27 40

Genau wie es am Sonntag Cordon Bleu sein musste, haben wir uns heute aufgemacht, um eine richtig gute Pizza zu essen. Unsere Wahl fiel diesmal auf das Ristorante da Gina - dort waren wir schon lange nicht mehr.

Gerhard entdeckt auf der Karte Vitello Tonnato, hier auf ganz besondere Art zubereitet: Der Chef Christoph Eichenberger ist Grillmeister und begeisterter Smoker. Das verwendete Kalbfleisch hat er nicht in Bouillon gar ziehen lassen, sondern im Smoker zubereitet - wir (denn ich musste unbedingt probieren) waren begeistert.




Für mich Salat da Gina, mit pikanten Riesencrevetten, Knoblauch und Zitronenpfeffer


Und hier kommt meine Pizza: Wunderbar aromatischer knuspriger Teig - besser geht es nicht! 



Mein derzeitiger Pizza-Favorit ist Pizza Tonno-Cipolle, gerne auch noch mit einem Ei in der Mitte und anschliessend mit etwas Peperoncini-Öl beträufelt. 

Wir haben dazu eine Flasche Cana 2013 vom Weingut Settemaggio getrunken, der uns beiden wunderbar geschmeckt hat und den wir beim nächsten mal sicherlich wieder bestellen werden.

Wer eine richtig gute Pizza mit knusprigem Teig essen möchte, sollte hier unbedingt mal vorbei schauen.

nur ein einfaches Essen



Nach ein paar Tagen auswärts essen steht mir der Sinn nach einfachsten Gerichten, am liebsten ohne Fleisch, aber mit viiiel Gemüse. Am Samstagmorgen waren wir mal wieder auf dem wunderbaren Markt in Bellinzona. Wenn mich dann dort noch herrlichster Mangold in rot und gelb anlacht, weiss ich schon, was es geben wird: Mangold (ein paar Karotten fanden sich auch noch im Gemüsefach) mit Spiegeleiern und knusprigen Kartoffelwürfeln.

Besonders schön wird es mit farbigem Mangold und verschieden farbigen Karotten. Den gewissen geschmacklichen Kick bekommt das Gericht durch die angenehme Schärfe von frischer Chilischote. Als besonderes i-Tüpfelchen habe ich die Spielgeleier in Kokosöl angebraten, was dem Ganzen eine dezente Kokosnote gibt.




ich nehme (für 2 Personen):

Mangold (Menge je nach Hunger)
1 Zwiebel, in Spalten geschnitten
2 - 3 kleine Karotten, geschält, in Scheiben geschnitten
1 kleine Schalotte, geschält, fein gewürfelt
1 Stück Chili, in Würfel geschnitten
1 - 2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
evtl. ein guter Schluck Weisswein

4 Eier
2 EL Öl zum Braten (hier Kokosöl)
Salz, Pfeffer

und los gehts:

Mangold putzen, die Stiele in breite Stücke, die Blätter in breite Streifen schneiden und getrennt zur Seite stellen. Da sie unterschiedliche Garzeiten haben, werden sie getrennt voneinander gegart.

Zunächst die Zwiebel im Öl andünsten, dann die Karottenscheiben. Nach ca. 3 Minuten die Mangoldstiele mit in die Pfanne geben, Chili dazu, Salz und Pfeffer. So lange braten, bis alles ziemlich bissfest ist, evtl. noch einen Schluck Weisswein angiessen. Erst in den letzten 2 - 3 Minuten vorm Servieren die Mangoldblätter dazu geben.

In Kokosöl gebratene Spiegeleier dazu servieren.






Sonntag, 6. März 2016

Ristorante al Castagnetto und das Objekt meiner Begierde...

Al Castagneto, Ponte Brolla, Tel. 091 796 14 19
Ruhetage: Mittwoch und Donnerstag
seit März 2016 ist die Winterpause beendet

Nach dem gestrigen Schneegestöber strahlt heute der Himmel über dem Lago Maggiore wieder als könne er kein Wässerchen trüben. Sonne pur - herrlich! Heute morgen früh um sieben Uhr bot sich mir allerdings noch folgender faszinierender Blick - der Lago hat sich unter einer Nebeldecke versteckt:


Kurz danach setzt sich die Sonne durch und nun taut es ganz gewaltig. Die Kinder sind schon wieder auf dem Heimweg Richtung Wien und Gerhard und ich überlegen, wonach uns heute ist. Nach Ruhe ist uns, nicht viel Auto fahren, vor allem nicht allzu weit! Wir wollen nichts grossartiges unternehmen, sondern lieber schön und gemütlich essen gehen. 

Gerhard ist bei uns in der Familie bekannt als der grosse Cordon Bleu-Fan - ich bin eher der Geflügel- oder Fisch-Fan. Doch heute äussere ich zur Überraschung meines Mannes den Wunsch nach Cordon Bleu. Selbermachen geht nicht - sonntags sind die Metzgereien geschlossen. Nun geht das Überlegen erst richtig los: Wohin gehen wir? Welche Restaurants haben sonntags geöffnet? Wo schmeckt das Cordon Bleu richtig gut? Nun geht das Recherchieren erst richtig los; alle unsere Ideen werden verworfen, denn entweder ist noch Winterpause oder sonntags Ruhetag. An mangelnder Tessiner Cordon Bleu Erfahrung kann es sicherlich nicht liegen, dass wir nicht fündig werden, denn wann immer Gerhard sein Lieblingsgericht auf der Speisekarte eines Restaurants entdeckt, muss er es probieren. 

Doch wozu schreibe ich eigentlich seit über 6 Jahren einen Blog? Da müsste sich doch etwas finden lassen. Ich beginne mich durch meinen Blog zu scrollen und lande schliesslich im Jahre 2011. So lange ist es her??? Das darf doch nicht wahr sein! Wie konnte das Ristorante Al Castagnetto nur bei uns in Vergessenheit geraten... Ein Anruf dort genügt - wir fahren heute mittag nach Ponte Brolla!

Dort ist der Frühling schon eingezogen bzw. versucht sich, durch den noch liegengebliebenen Schnee durchzusetzen. Durch den sehr schön mit unzähligen gelben und orangefarbenen Primeln dekorierten Garten betreten wir das Restaurant und werden herzlich durch Signora Codiferro begrüsst. Sie stellt uns die Tagesempfehlungen vor: sehr mundwässernd die vorfrühlingshaften Gerichte, verführerisch für den Signore das Capretto, doch wir sind ja schliesslich aus einem ganz besonderen Grund hier: Auch wenn wir die Karte eingehend studieren, muss es das Cordon Bleu sein!

Als Vorspeise zumindest darf der Frühling mal kurz anklopfen - es gibt die ersten grünen Spargel, für diesmal lauwarm mit einer Apfel-Vinaigrette und Nostrano-Schinken serviert, dazu ein schön angemachter Nüssli-Salat:


Und dann kommt es: das Objekt unserer Begierde: Voilà, das Cordon Bleu!


Wahlweise serviert mit Rosmarin-Kartoffeln oder Gratin, vielleicht lieber mit Risotto oder Tagliatelle? Dazu wunderbares Tagesgemüse: heute Blumenkohl, Karotten und Blattspinat. Wir schweben beide im Tessiner Cordon Bleu-Himmel - nur geschafft haben wir die Portionen nicht (darauf habe ich ja insgeheim schon gehofft, denn kaum etwas schmeckt sooo gut wie kalt aufgeschnittenes Cordon Bleu auf Butterbrot mit Senf ;-) ). Also wandert ein kleines Restle-Päckchen mit uns nach Hause.

Wir haben eine Flasche Terra Alte 2014 von Gialdi getrunken, ein einfacher weiss ausgebauter Merlot und anschliessend gab es für mich zum Espresso noch einen Grappa - seeeehr gut! Memo für den nächsten Besuch: Unbedingt wieder bestellen, dafür nach dem hausgemachten Nostrano fragen.

Über unsere früheren Besuch in diesem sehr empfehlenswerten Ristorante kann man hier nachlesen: klick und nochmal klick hier.


Samstag, 5. März 2016

Ristorante Rodolfo di Pablo Ratti, Vira Gambarogno

Heute haben wir uns für unsere Anreise ins Tessin ausgerechnet einen Tag mit heftigem Schneetreiben ausgesucht. Direkt bei der Ausfahrt aus dem St. Gotthard-Tunnel ging es los: Schneechaos im Tessin, auf der Autobahn ging es teilweise nur noch im Schritttempo voran, in der Gegenrichtung ging teilweise durch quer stehende Fahrzeuge fast nichts mehr.


Wie wohltuend empfanden wir da den herzlichen Empfang durch Pablo Ratti in seinem Ristorante Rodolfo in Vira. Er begrüsste uns herzlich und führte uns an den für uns vorbereiteten Tisch vor dem flackernden Kaminfeuer. Herrlich! Augenblicklich setzte die Entspannung ein (für die weitere Entspannung sorgte dann der von Pablo Ratti empfohlene Wein).

Für Caro und Gerhard geht es weiter mit der Vorspeise: Coroncina dauphine - trota Brüggli - rafano - uova di pesce

knusprige kleine Kartoffelkrone, darauf ein Tatar von der Brüggli-Lachsforelle, Meerrettich, Kaviar




ich wähle den köstlichen Schinken von der Alpe di Piora (von dort, wo auch der wunderbare Käse herkommt), serviert mit marinierten Artischocken, die macht der padrone selbst - eingelegt in sardisches Olivenöl - ich bin begeistert


Yannick bekommt die extra grosse Portion von hausgemachten Ravioli mit Felchenfüllung, dazu Karotten-Ingwer-Püree. Das hat wunderbar geschmeckt - und auch so ausgesehen - ich kann es bezeugen, denn ich durfte probieren. Leider war der Fotograf mal wieder nicht schnell genug ;-)

Es ging weiter für unseren Sohn mit geschmorten Rindsbäckchen, dazu Polentabällchen - grandios!


Wir anderen waren uns einig: Für Caro, Gerhard und mich musste es das legendäre Fritto misto del lago sein: frischer geht es nicht. Fische aus dem Lago Maggiore, serviert mit Kartoffeln, marinierten Gemüsen und hausgemachter Mayonnaise.




Dazu empfahl uns unser Gastgeber seinen derzeitigen Lieblingsweisswein: Castello di Morcote - 90 % Merlot, 10 % Chardonnay, im jungen Barrique ausgereift. 


Schaut er nicht sympathisch in die Kamera? Pablo Ratti ist ein wunderbarer Gastgeber! Da müsst ihr hin!

Montag, 8. Februar 2016

Cipolle Borettane - endlich selbstgemacht

Cipolle Borettane - wir lieben diese aromatisch eingelegten Zwiebeln sehr und freuen uns, wenn sie uns im Tessin zu einem affetato misto, einem Teller mit den einheimischen Wurstwaren wie Schinken, Salami und Lardo, serviert werden. Neben dem knusprigen Pane Valle Maggia sind sie unverzichtbare Zutaten für eines dieser geliebten Tessiner Plättli.




Bisher haben wir sie fertig eingelegt in Gläsern gekauft, doch dann kam Signor Roberto und lieferte nicht nur das Rezept, sondern auch noch eine Bezugsquelle in Deutschland. Hier im Tessin ist es sicherlich kein Problem, sie aufzutreiben. Ich werde mich in der Saison rechtzeitig auf die Suche machen.




Die Zwiebelchen waren schnell bestellt (das Schälen ging nicht ganz so schnell, wenn man sie allerdings vor dem Schälen mit kochendem Wasser kurz überbrüht, lässt sich auch das bewerkstelligen), schnell eingelegt und in Gläsern verstaut - doch nun hiess es leider geduldig warten, denn Robert schrieb, dass sie mindestens 2 Wochen durchziehen sollen (er schrieb weiterhin, dass 2 Monate sogar noch besser wären, doch darüber habe ich grosszügig hinweg gelesen).

Dann kam endlich der grosse Moment, das erste Glas wurde geöffnet.... kööööstlich! Mille grazie, Robert! 


  • 1 kg kleine Zwiebeln, am besten Cipolle Borettane
  • 1 Bio-Orange, Saft und Schale
  • einige frische Thymianzweige, Blättchen abgezupft
  • 2 Chilischoten
  • 80 g Zucker
  • 500 ml Balsamico 
  • 300 ml roter Portwein
  • 1 EL Meersalz

und los gehts:
Zwiebeln schälen, bis sie makellos weiss erscheinen. Orange heiss abspülen und trocknen, die Schale mit einem Sparschäler abziehen. Orangensaft auspressen.
Den Zucker in einem weiten Topf bei mittlerer Hitze hell karamellisieren. Zwiebeln einrühren und kurz anrösten. Mit Portwein, Balsamico und Orangensaft ablöschen. Orangenschale, Thymian, Chili und Salz dazugeben und alles zum Kochen bringen. Zwiebeln 10 Minuten kochen lassen.
Die Zwiebeln aus dem Sud heben und auf die zuvor sterilisierten Gläser verteilen. Sud nochmals aufkochen und über die Zwiebeln giessen. Gläser gut verschließen.
Vor dem Servieren an einem kühlen Ort mindestens 2 Wochen (besser 2 Monate) marinieren lassen. Anfänglich sind sie noch hell. Mit der Zeit werden sie dunkel, karamellfarben - und vor allem immer immer besser!


Hier (klick) bei Andy, der sich ebenfalls mit dem Schälen dieser kleinen Dinger abgemüht hat, werden sie zu Raclette serviert.