Dienstag, 12. Februar 2013

Trattoria Er Pipa, Monte Carasso

Er Pipa, El Stradun 23, CH-6513 Monte Carasso (TI)
T +41 91 826 45 03
http://www.erpipa.ch/


Schaut das nicht idyllisch aus? Wir sitzen am Kamin, die Sonne scheint durch das Fenster, wir trinken köstlichen Tessiner Wein und freuen uns auf die kommenden Genüsse.


Unzählige Male waren wir schon bei Andrea Giuliani im Er Pipa zum Essen. Da passt einfach alles: Das Ambiente, die Küche, der Weine und vor allem die Persönlichkeit des Padrone tragen dazu bei, dass wir immer wieder gerne hierher zurück kommen.

Lardo Nostrano e Pecorino al Peperoncino, hauchdünne Scheiben, auf einem gut vorgekühlten Teller serviert, so muss es sein, dass es Gerhard immer wieder aufs Neue begeistert:


Die Pasta sind alle hausgemacht, wer weiss, wie köstlich sie hier schmecken, hat die Qual der Wahl. Ab zwei Personen gibt es auch Tris di Paste, d.h. eine Auswahl aus drei der Köstlichkeiten. Gerhard isst nichts mit Tomatensauce und außerdem braucht er unbedingt seinen Lardo.... ich schaue sehnsüchtig auf Bucatini alla Amatriciana und Fettucine al Carciofi - der padrone hat ein Einsehen mit mir und ich bekomme diese beiden serviert. Grazie, Andrea!



Das ist die Orata alle mediterranea mit Gemüsen und kleinen Bratkartoffeln, die ich auch schon häufig hier gegessen habe.



Für Gerhard gibt es das, was er immer hier isst: Orecchie di elefante - hauchdünne Schnitzel, so groß wie Elefantenohren und zum Abschluss die Torta di mocca 




Wie immer sind wir der Weinempfehlung des padrone gefolgt und waren sehr zufrieden mit dem Corteglia 2011 von Mauro Ortelli aus Sauvignon, Sémillon, Chardonnay und Chasselas








Montag, 11. Februar 2013

Polpettone nostrano - Tessiner Hackbraten

Dieser Hackbraten wird von einer kräftigen Sauce begleitet, die durch das Rösten des Gemüses und durch die Beigabe von Wein ihre Würze erhält, so Marianne Kaltenbach in ihrem Kochbuch "Tessiner Küche - Rezepte, Geschichte und Geschichten"




Wir haben uns an ihr Rezept gehalten, bis auf eine kleine Variante: von jedem Teil des Gemüses haben wir einen Teil abgezwackt, in Miniwürfel geschnitten und unter die Hackmasse gemischt.



ich nehme:
  • 200 g Kalbfleisch, gehackt
  • 200 g Rindfleisch, gehackt
  • 200 g Schweinefleisch, gehackt
  • 200 g Schweinsbrät (ich: rohe Masse Kalbsbratwurst)
  • (ich: ein eingeweichtes halbes Brötchen zusätzlich zur Hackmasse gegeben)
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Thymian, Majoran (ich: weggelassen)
  • wenig Knoblauch
  • 1 Ei
  • 2 EL Mehl (ich: weggelassen)

  • 1 Stange Lauch, grob geschnitten
  • 1 Zwiebel, grob geschnitten
  • 1 Stück Sellerieknolle, grob geschnitten
  • 1 Karotte, grob geschnitten
  • 2 EL Petersilie, fein gehackt
  • 3 EL Butter
  • 1/4 l Rotwein (Nostrano oder Merlot)


und los gehts:

Das Fleisch mit den Gewürzen, Kräutern und Knoblauch vermengen, das gut ausgedrückte Brötchen dazu, das Ei darunter kneten und mit nassen Händen einen Braten formen. Mit Mehl bestäuben (habe ich weggelassen).

In einer Bratkasserolle das Gemüse und die Petersilie in der Butter anziehen lassen. Wenn sie leicht Farbe angenommen haben, den Hackbraten darauf legen. Von allen Seiten leicht anbraten, den Wein dazu giessen und bei sehr kleiner Hitze braten (im Backofen bei 200 Grad Ober-Unterhitze ca. 1 Stunde).

Tipp: Das Fleisch durch die grobe Scheibe des Fleischwolfs drehen, damit eine lockere Masse entsteht und der Braten beim Aufschneiden wirklich hausgemacht aussieht.

Wir haben dazu Spinat und kleine gewürfelte Kartoffeln, die in Olivenöl knusprig gebraten waren, serviert

Sonntag, 10. Februar 2013

Chiacchiere - Tessiner Karnevalsgebäck

Heute Morgen war ich im Al Porto in Ascona Brot kaufen - das berühmte Pane Valle Maggia schmeckt uns vom Al Porto immer wieder besonders gut. Dabei sind mir viele Karnevals-Spezialitäten aufgefallen. Ich hatte einen guten Moment - außer mir war mal ausnahmsweise niemand in dieser ansonsten proppevollen Filiale des Al Porto, normalerweise stehen sie da schon morgens bis vor die Tür. Die freundliche Verkäuferin - "Mille grazie, Barbara" - gab mir bereitwillig Auskunft auf meine Fragen nach einem typischen Tessiner Karnevals Gebäck und erklärte mir alles ausführlich. Hätte ich ihr antworten sollen, dass ich keine Süsse bin und dass ich das alles nur für Euch in Erfahrung bringe im Dienste des Bloggens? Das hätte sicherlich sie und meine Italienisch-Kenntnisse überfordert. 

Doch nun lasse ich die Fotos sprechen:


Tortelli di Carnevale, frittierte Mini-Krapfen,  gefüllt mit Vanillecreme


und Tortelli di Carnevale, gefüllt mit einer ... hmmm, verflixt, so richtig kann ich mir Süsskram nicht merken, irgendetwas Alkoholisches, eine Creme mit Marsala glaube ich

Von diesen kleinen Teilen habe ich auch Gerhard welche mitgebracht und hier angerichtet:


Das Ganze dann in groß:


und nun dieses hübsche Gebäck:


mit dem noch viel schöneren Namen: Chiachiere - was so viel wie Geschwätz, Getratsche bedeutet. Ein Rezept gibt es übrigens hier - von der unnachahmlichen Peppinella

Das nun folgende ist zwar kein typisches Karnevalsgebäck, ich wollte es Euch trotzdem nicht vorenthalten:


Samstag, 9. Februar 2013

Eine der besten Pizzen, die ich je gegessen habe

Ristorante Vecchio Tiglio
Via Municipio 12,
Losone (in der Nähe von Ascona)
Tel. 091 791 14 98
Sonntag geschlossen




Versteht mich bitte nicht falsch, seit ich diesen köstlichen Pizzateig entdeckt habe (klick hier), bin ich sehr zufrieden mit meiner selbst gebackenen Pizza. Mein heimischer Backofen lässt sich bis 280 Grad erhitzen, ich besitze (und benutze) auch einen Pizza- und Brotbackstein. Ich verwende nur die besten Zutaten. Alles bestens! Was will ich dann noch? Ab und zu brauche ich mal eine richtige italienische Pizza, in einem richtigen Pizzaofen, mit besten Zutaten, von einem Pizzaiolo zubereitet, dem ich zuschauen kann, wie er - im dünnen T-Shirt wegen der Hitze - aus diversen vor ihm stehenden Schalen meine ganz persönliche Wunsch-Pizza zusammenstellt und sie mit dem großen Schieber in den Pizzaofen schiesst.  Gerhard eignet sich vor dem häuslichen Backofen nur bedingt als Pizzaiolo. Das mit dem dünnen T-Shirt und der blauen Mütze bekämen wir noch hin. Den Pizzateig hochwerfen und aus dem Handgelenk schwenken liesse sich ja noch mit etwas Übung sicherlich auch hinbekommen. Also, wo ist das Problem? Es würde daran scheitern, dass ich ihn nicht dazu bewegen könnte, diesen hauchdünnen Teig dann noch mit Tomatensauce auszustreichen, er mag nämlich, wenn Pizza, dann nur Pizza Bianca, KEINE Tomatensauce! NICHTS Rotes! Auf keinen Fall! Gar nicht!

Im Ristorante Vecchio Tiglio in Losone bei Claudio werden wir beide glücklich - ich mit einer Pizza Calabrese, wie es sich gehört mit Tomatensauce, und Gerhard mit seiner Pizza Bianca. 

Als Vorspeise für mich einen Salat von rohen Artischocken und Parmesan



und für Gerhard Thunfisch-Carpaccio mit Meerrettich, sehr gelungen, doch beim nächsten Mal daran denken, ohne Kapern zu bestellen.



Dann eine der besten Pizzen, die ich in den letzten Jahren gegessen habe:
Pizza Calabrese mit Mozzarella und scharfer Salami, zusätzlich noch ein paar Parmesanspäne und Pepperoncini-Öl wird sowieso an den Tisch gebracht.




Gerhards Variante wird zu Hause nachgebacken: Pizza Bianca mit Mozzarella, Mascarpone und hauchdünnen Zwiebelscheiben, dann kurz vor dem Servieren ein paar hauchdünne Lardo-Scheiben darüber legen, mit Pfeffer bestreuen. 



Dazu einen Merlot Bianco von Vini Chiodi für Gerhard und für mich eine wunderbare Neuentdeckung: "Camilla" ein roter Merlot von der Azienda Agricola Albaino in Novazzano,  die beide offen ausgeschenkt werden.

Wir waren vor einiger Zeit schon einmal im Vecchio Tiglio, das kann man klick hier nachlesen.




Freitag, 8. Februar 2013

Cima di Rapa - Vorboten des Frühlings

Cima di Rapa wird auch Stängelkohl oder Rübstiel genannt, da klingt doch die italienische Bezeichnung gleich viel appetitlicher, oder? Der Geschmack soll angeblich an Brokkoli mit einer leicht bitteren Note erinnern, hmmm... ich finde, Brokkoli schmeckt anders... Dieses Gemüse habe ich bei meinem Tessiner Gemüsebauern entdeckt und sofort zugegriffen.



DER Klassiker schlechthin ist Cima di Rapa mit Orecchiette, bei Sybille hier sehr schön zu sehen; sie bereitet sie sogar mit selbst gemachter Pasta zu. Bei uns gibt es das Gemüse als Beilage zu ganz schlicht in Butter gebratenen Felchenfilets mit Mandelsplittern.



ich nehme (für 2 Personen):


  • 1 Bund Cima di Rapa (ca. 250 g)
  • 1 kleine Zwiebel (geschält, in Spalten geschnitten)
  • 1 kleine Knoblauchzehe, geschält, in dünne Scheiben geschnitten)
  • 1 rote Chilischote, in Scheiben geschnitten
  • 2 Anchovis, klein gewürfelt
  • 1 - 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • etwas Zitronensaft

  • 4 Felchenfilets
  • Butter zum Braten
  • ein paar leicht angebratene Mandelsplitter




und los gehts:

Cima di Rapa waschen, putzen, etwas zerkleinern. Zwiebelspalten in Öl andünsten, Knoblauch, Chili und Anchovis dazu, leicht andünsten lassen, Cima di Rapa in die Pfanne geben, salzen (wenig, da die Anchovis schon Salz mitbringen), pfeffern und ca. 10 min. dünsten; wer mag, etwas Zitronensaft darüber träufeln.

Die Felchenfilets in der Butter anbraten, überwiegend auf der Hautseite, dann ganz kurz umdrehen, salzen, pfeffern und mit den Mandelsplittern bestreuen.

Ich muss ja wohl nicht extra erwähnen, dass ich Cima di Rapa alleine essen durfte - für Gerhard gab es einen grünen Salat als Beilage.






Donnerstag, 7. Februar 2013

Die alljährliche Flucht ins Tessin und Albergo Forni

Jedes Jahr das gleiche Szenario: Spätestens am sogenannten Schmutzigen Donnerstag packen wir das Auto und treten die Flucht über den Gotthard an. Zwar wird hier im Tessin auch Karneval gefeiert, doch zu völlig unterschiedlichen Tagen in völlig unterschiedlichen Regionen - da fällt es leichter, sich dem Carnevale zu entziehen. 

Heute morgen sind wir zuerst durch eine wunderschöne elsässische Winterlandschaft gefahren, zwischen Strasbourg und Colmar sehen wir schneebedeckte Vogesen, die Sonne kann sich teilweise gegen die Wolkendecke durchsetzen, ab Basel dann trübes Winterwetter, in der Region Luzern, Vierwaldstätter See Schneetreiben - auch auf der Autobahn - Schneeschauer bis Göschenen bis zur Einfahrt in den Gotthard-Tunnel - und wie so oft bei der Ausfahrt in Airolo erwartet uns wieder die Sonne. Da oben in der Leventina haben wir eine wundervolle sonnige Winterlandschaft vor uns und noch weiter Richtung Lago Maggiore dann Sonne pur und warme 12 Grad, doch davon später. Jetzt ist erstmal Mittagessenszeit und Gerhard besteht auf Mittagessen, jawoll! "Wozu hast Du schliesslich einen Blog. Schau doch mal nach, was geöffnet hat und wo wir hin können" Unter dem Label Adressen fürs Ankommen gleich hinterm Gotthard habe ich viele Grotti, Osterie und Ristoranti versammelt. Doch es ist Februar, viele eröffnen frühestens wieder ab März, manche erst wieder zu Ostern oder gar erst ab Mai. 

Doch halt, da gibt es Airolo, der erste Ort direkt nach der Ausfahrt aus dem Sankt Gotthard Straßentunnel. Airolo war der erste Skisportort im Tessin und ist heute der bedeutendste des Kantons - und dort gibt es das Albergo Forni mit einer wunderbaren Küche und einer wunderbaren Weinauswahl. Irgendwann quartiere ich mich mal eine Nacht da ein und probiere von der Weinkarte mehr, als es bei der Durchreise mittags möglich ist. Die Weine werden übrigens von Signor Forni ausgesucht, der mit viel Sachkenntnis und Enthusiasmus seine Weine erklärt und empfiehlt. Ich bin bisher immer sehr zufrieden seinen Empfehlungen gefolgt.

Aber Gerhard hat ja Hunger - ich jetzt übrigens auch... Also, die Speisekarte: Saisonal, angenehm übersichtlich... aber was soll ich wählen? Bitte von oben rechts nach unten links. Für meinen Mann ist das einfach: Affetato Misto - Tessiner Wurstwaren (hier in einer ausgezeichneten Qualität) mit knusprigem Brot - das ist die Vorspeise für Wiederholungstäter. Auch bei den Hauptgerichten ist der Signore ein Wiederholungstäter, doch es gibt kein Brasato (der berühmte Tessiner Rindsschmorbraten in Merlot). Was jetzt? Porchetta! Jaaa! Im Forni serviert werden 2 schön großzügig bemessene Scheiben, etwas Cremesauce mit getrockneten Steinpilzen, wunderbare Mini-Würfel Bratkartoffeln, Gemüse


Ich kann mich nur schwer entscheiden, doch Suppe soll es sein...  nehme ich die Chicorée-Suppe, Frischkäse mit Senf und Trüffeln? Das liest sich sehr verführerisch, doch Tintenfisch und Artischocken in einer Suppe vereint mit schwarzen Cappelletti, die mit Artischocken gefüllt sind ... ja, das ist es!


und anschließend Filets vom Saint Pierre, Zitrusfrüchtesauce, geschmolzener Römersalat und Basmati-Reis.



Als Dessert, was bei uns wie immer durch Espresso ersetzt wird, hätten wir die Qual der Wahl zwischen Torta Ticino, Tessiner Kuchen aus Kastanienmehl, Farina Bona und Grappa, Mandarinen-Semifredo mit Nougat oder Birnen Tarte Tatin auf Kakao-Blätterteig und Vanilleschaum gehabt.

Es gibt diverse Weiß- und Rotweine, die glasweise probiert werden können. Ich folgte der Empfehlung des padrone und kopiere euch mal die Beschreibung dieses äusserst interessanten, leichten Weines, der geschmacklich stark an Sherry erinnert, hier rein. Quelle: Dreyer Weine

Navazos Niepoort 2010 0.75l
Dieser "weiße Wein" wie er früher schlicht genannt wurde entstand aus einem Projekt der EQUIPO NAVAZOS und DIRK NIEPOORT.
Weich und elegant auf der Zunge, verhalten in der Frucht, weist er schöne Noten von weißen Blüten, sowie Aromen von hellem Kernobst
und asiatischen Gewürznoten auf. Ein spannender Begleiter zu Hummer, Pulpo, Muscheln aller Art. Schön!
Und natürlich als Aperitif anstelle eines Sherry!!


Treffender kann man es nicht beschreiben.