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Donnerstag, 1. Januar 2015

Vorgezogene Silvesterfeier im Grotto

Grotto Ticinese, Cureglia
täglich mittags und abends geöffnet, unbedingt reservieren, Tel. 091 967 12 26




Wir waren in Mailand zum shoppen am Flughafen, um unsere Freunde, mit denen wir hier im Tessin Silvester feierten, abzuholen. Sie kamen pünktlich zur Mittagszeit an. Bis zum Abend wollten wir sie nicht hungern lassen und sind auf der Rückfahrt in einem der wenigen Grotti, die im Winter geöffnet haben, eingekehrt.

Das Grotto Ticinese ist einer der urigen Wohlfühlorte, an denen man ankommt, sich sofort heimisch fühlt und bleiben möchte. Die Speisekarte liest sich so verführerisch, dass wir jedesmal Entscheidungsschwierigkeiten haben und uns dann zur Entscheidungsfindung erstmal ein Plättli mit den typischen Tessiner Wurstwaren wie Salami, Schinken, Trockenfleisch, Coppa, Mortadella bestellen.
Fürs Plättli war ich mit der Kamera zu spät - leergefegt! Es reichte gerade noch, um euch die kläglichen Reste auf meinem Teller zu zeigen:



Dazu dann das frische knusprige Brot - von dem man meistens viel zu viel isst, weil es sooo köstlich schmeckt - und weissen Tesssiner Merlot - und schon haben wir auch unsere Freunde mit unserer Liebe zum Tessin angesteckt.

Es ist die Saison für Artischocken, dafür gibt es im Grotto Ticinese eine Extra-Karte: Carpaccio mit rohen Artischocken, hausgemachte Tagliatelle mit geschmorten Artischocken, Kalbssteak mit Artischocken und... und.. uuuuund vor allem mein Lieblingssalat:

frische hauchdünn gehobelte Artischocken, dünne Parmesanspäne und Rucola - das schaut dann so aus:



Neben vielen wunderbaren hausgemachten Pasta-Gerichten gibt es im Grotto Ticinese auch fegato alla Venezia - Kalbsleber auf venezianische Art, dazu Taglierini, die hauchdünnen frischen Nudelstreifen werden in Butter geschwenkt: 



Danach teilen wir uns noch ein Käse-Plättli, bestehend aus diversen köstlichen Alpkäsen:




Dazu hat der offen ausgeschenkte Terre di Gudo 2012, ein Merlot Bianco von Tamborini, sehr gut geschmeckt. Ich hoffe trotzdem, dass es bei unserem nächsten Besuch wieder den Oro Bianco von Agriloro geben wird, denn das ist unter den offenen, hier angebotenen Weissweinen mein Favorit.

Einen Bericht von unserem letzten Besuch könnt ihr (klick) hier nachlesen.

Samstag, 3. Mai 2014

Antica Osteria Manetti, Bironico

Antica Osteria Manetti, Bironico (Malcantone)
Tel. 091 946 11 69, geschlossen: Samstagmittag, Donnerstag ganz (so steht es zumindest auf der Webseite, am besten ist sowieso vorher anrufen und reservieren)

Auf der nicht gerade sehr malerischen Strecke zwischen Belinzona und Lugano (Landstrasse! NICHT die Autobahn nehmen!) liegt diese Osteria inmitten von Tankstellen, Autowerkstätten und sonstigen Industriegebäuden. An unserem Besuchstag goss es zudem noch in Strömen und das sah nun nicht gerade sehr einladend aus. Hätte ich nicht schon zum wiederholten Male in der "Tessin geht aus"  über dieses Restaurant gelesen, wäre ich nie auf die Idee gekommen, Gerhard einen Halt dort vorzuschlagen - er runzelte bereits skeptisch die Augenbrauen, was ich allerdings bei Neuentdeckungen gewohnt bin. Unbekümmert mit Regenschirm bewaffnet schreite ich zur Entdeckung - und wieder einmal sind wir beide angenehm überrascht.

Ein wundervoller Gastraum in diesem stattlichen Patrizierhaus aus dem 17. Jahrhundert erwartet uns. Mein erster Blick fällt auf die (in rot - wie sonst) Berkel-Aufschnittmaschine und danach auf den wundervollen alten Kamin, der im Winter auch für gegrillten Käse (meint er Raclette?) eingesetzt wird, wie mir der Padrone erzählt.




Bei unserer Speisenauswahl vertrauen wir uns komplett seinen Empfehlungen an und werden nicht enttäuscht. 


Als Antipasto empfiehlt er uns eine Tagliere di Salumi für zwei



Köstlich, die Qualität der Wurstwaren ausgezeichnet, das sehr schöne, knusprige Brot auf italienische Art hauchdünn geschnitten (ich bevorzuge die Tessiner Art - d.h. es darf daumendick sein ;--) )

Als Primo eine der hausgemachten Pasta-Variationen, Casarecce alle carbonara




Alle Teigwaren seien hausgemacht und vor allem in der Bronzeform hergestellt, versichert uns der Padrone. Ich schmecke zwar nicht, ob sie in der Bronzeform hergestellt wurden, aber sie schmecken einfach wunderbar und saugen die Sauce cremig auf.

Als Hauptgericht Rinderfilet mit Senfcreme und gegrilltem Fenchel, gebratene neue Kartoffeln

Als Weinbegleiter haben wir ein wahres Schätzchen zu einem äusserst fair kalkulierten Preis aufgetan:



Die Desserts sind - wie könnte es hier anders sein - selbstverständlich hier auch hausgemacht - für uns jedoch mal wieder nur das Standard-Dessert Espresso und Grappa.

Nachtrag vom 13. Mai 2014:

Ein sehr netter, stiller Leser meines Blogs schrieb mir folgendes Erwähnenswertes zur Osteria Manetti:

"Brionico liegt nicht im Malcantone. Der ‚Basso Malcantone‘ beginnt historisch mit der Gemeinde Bioggio und geht bis Ponte Tresa. Bironico und Rivera zusammen mit dem Tal Richtung Isone waren geschichtlich immer ein Teil des Bellinzonese. Auch die Postleitzahl (6800) drückt das aus, im Luganese wozu das Malcantone zählt, beginnen die PLZ mit 69. Ob die geschichtlichen Gegebenheiten den Postbürokraten bei der PLZ-Einteilung bewusst waren, wage ich jedoch zu bezweifeln.Das Tal von Isone obwohl südlich des Ceneri gelegen, ist immer noch Teil des Distretto Bellinzona. Jedoch sind jetzt alle Talgemeinden südlich des Ceneri dem Distretto di Lugano zugehörend. Der Distretto (= Amtei in Solothurn) zusammen mit dem Circolo (= Bezirk, ist eine Gemeindezusammenfassung innerhalb des Distretto) hat im Tessin nur noch bei den Wahlen eine kleine Bedeutung (Sitzverteilung) und die Friedensrichter werden von den Einwohnern des Circolo gewählt. Hier ein WikiLink: http://it.wikipedia.org/wiki/Categoria:Distretti_del_Canton_TicinoUebrigens der Grossvater Manetti war ein allseits beliebter Tierarzt mit Praxis im stattlichen von Ihnen beschriebenen Haus"


Donnerstag, 3. Januar 2013

Grotto Ticinese, Cureglia


Grotto Ticinese, Via ai grotti 2, 6944 Cureglia, Tel. 091 967 12 26
kein Ruhetag, ganzjährig mittags und abends geöffnet, unbedingt reservieren



Wir haben Yannick gefragt, ob er für die paar Tage, die er mit seiner Freundin und ihren Eltern bei uns im Tessin ist, einen besonderen Wunsch für einen Restaurant- oder Grotto-Besuch hat. "Ja, Mama, lass uns doch mal wieder in ein Grotto gehen, in dem wir früher immer waren" Kindheitserinnerungen! Unser Sohn reist schließlich schon seit seiner Geburt mit uns ins Tessin. Nur was soll ich mit dieser Äußerung anfangen? Das ist keine sehr präzise Angabe. Vor ca. 20 Jahren gab es noch kein Blog, in dem ich einfach mal hätte nachschauen können. Viele der Restaurants oder Grotti werden wahrscheinlich noch nicht mal mehr existieren oder haben den Besitzer gewechselt... oder... oder... Da fällt mir ein kleines Büchlein ein, so eine Art kulinarisches Tagebuch. So richtig schön altmodisch, nicht auf dem PC in die Tasten sondern handschriftlich habe ich unsere kulinarischen Erlebnisse eingetragen - das ist dann sozusagen der Vorläufer von Ti saluto Ticino. Dann schauen wir doch mal in diesem hübschen kleinen Buch nach....


Da bin ich fündig geworden, ach, wie konnte ich dieses schöne, ursprüngliche Grotto nur vergessen?
Das ist mal wieder eines dieser Genussplätze (danke, liebe Eline, für diese Wortschöpfung), bei dem man sich von der Speisenkarte von oben bis nach unten durchessen könnte. Erschwert wird die Auswahl auch noch durch eine Tafel an der Wand, auf der die ebenfalls verlockenden Tagesempfehlungen stehen. Wir können uns nicht entscheiden. Was tun?

Wir bestellen erstmal so ein entzückendes kleines Plättli mit Tessiner Wurstwaren und ein weiteres mit Alpkäsen, einer köstlicher als der andere und ein bisschen Vino, dazu werden dann eingelegte Pilze serviert, die eine interessante Geschmacksnote durch feine Streifen von Schinken bekommen. So,  dann können wir jetzt in Ruhe eine Entscheidung treffen:


So, jetzt geht es leichter. Wir können in Ruhe auswählen: Für Yannick hausgemachte Taglierini mit Artischocken:



Für mich gibt es einen Salat aus gehobelten Artischocken auf Rucola mit Parmesanspänen. Für Gerhard und Thomas grünen bzw. gemischten Salat - hier übrigens zum Selberanmachen, wofür gutes Olivenöl und Rotweinessig an den Tisch gebracht werden.

Auf Tessiner Speisekarten findet man häufig Pferdefleisch, so auch hier. Glücklicherweise ist es mir gelungen, unseren neugierigen, alles probieren wollenden Sohn - was ich ja grundsätzlich gut finde  - davon abzuhalten, so ein Tier zu verspeisen.... bis er dann dies nun folgende entdeckt hat und nicht mehr zu halten war und meine mütterliche Einflussnahme versagte: Eselsbraten (mit Polenta und Möhren)... weiter möchte ich mich dazu nicht äußern....


Ich habe auf der Karte Pizzoccheri entdeckt, eines der ursprünglichen Gerichte aus dem Tessin, eigentlich aus dem Veltlin stammend: hausgemachte Nudeln aus Buchweizen, mit Kartoffeln, Wirsing und in Butter gebratenen Salbeistücken geschichtet, mit Alpkäse überbacken - sehr üppig, gerade mal die Hälfte war zu schaffen.



Wir hatten gerade unseren Espresso bestellt und wollten zahlen, als einer der anwesenden Gäste seine mitgebrachte Gitarre auspackte und begann, mit seiner kräftigen, traumhaften Stimme alte Tessiner Lieder zu singen - hach, ich hätte ihm stundenlang zuhören können. Eine wunderbare Stimmung, eine Atmosphäre, wie ich sie liebe!




Sonntag, 7. Oktober 2012

Kastanien im Tessin und Ristorante Albergo San Michele, Arosio

Ristorante Albergo San Michele, Arosio, Malcantone, Tel. 091 609 1938
geschlossen: 12. - 22. Dezember 2012, ab Januar 2013 dienstags und mittwochs Ruhetage
www.sanmichele.ch


Jetzt ist die Jahreszeit, zu der in fast allen Gemeinden bzw. kleinen Dörfern im Tessin die Castagnatas, die Kastanienfeste, beginnen. Eines der beliebtesten findet in Ascona am 6.und 13. Oktober 2012 statt (klick hier)



Wir haben uns aufgemacht nach Arosio (850 m.ü.M.), ins höchstgelegene Dorf im Malcantone. Dort beginnt der Sentiero del Castagno, ein ca. 5-stündiger Wander- und Erlebnisweg durch Kastanienwälder mit vielen Informationen rund um das einst wichtigste Grundnahrungsmittel der Tessiner Bevölkerung. Wer uns kennt, weiss, dass wir nicht zum Wandern ins Malcantone gefahren sind, da muss es doch auch noch etwas Kulinarisches geben. Richtig! Das Ristorante San Michele hat im Herbst viele Kastaniengerichte auf der Karte. So z.B. die Kastanien-Pilz-Suppe:



oder auch Kastanienspätzle oder glacierte Kastanien zum Wild.

Diverse Risotti, darunter ein Risotto aus Birne, Walnüssen und Gorgonzola und natürlich zu dieser Jahreszeit Risotto Funghi mit frischen Steinpilzen



Oder Pasta mit verschiedenen Saucen, Tortellini mit Walnuss-Gorgonzola-Sauce:



Als Tagesempfehlung gibt es Wildschweinragout. Ansonsten stehen auf der Karte Lammkotelettes in Calvados-Sauce oder
Entrecôte in Pfeffer-Butter:



Fazit: Eine einfache, bodenständige, sehr schmackhafte Küche in einem Ambiente zum Wohlfühlen. Die verwendeten Produkte sind von regionalen Produzenten bzw. sind aus Bioanbau. Wer eines der an den Wochenenden stattfindenden Jazzkonzerte besuchen möchte (Programm auf der Homepage), findet auch eine Übernachtungsmöglichkeit in einem der Zimmer (mit Dusche und WC auf der Etage)

Sonntag, 9. September 2012

Grotto Sassalto, Caslano

Grotto Sassalto, via Stremadonne 65, 6987 Caslano, Tel. 091 600 90 94
geöffnet von März bis Dezember, Ruhetage: Montag und Dienstag



Beim Besuch dieses Grottos haben wir unser Erfolgserlebnis gleich bei der Ankunft: Juchhuuuu, wir haben es gefunden! So geht es wohl einigen Besuchern, die zum ersten Mal herauf kommen zu Federica Klausener in das Sassalto. Ein Bilderbuch Grotto - ein Traumblick. Okay, schon alleine dafür lohnt sich die Anfahrt an der belebten Seepromenade von Caslano entlang, dann halbrechts eine schmale Strasse hinauf (ja, da passt wirklich ein Auto hindurch - Daumen drücken, dass kein Fahrzeug entgegen kommt), dann irgendwo ein Schild, das auf das Grotto und den Parkplatz hinweist, ein paar Treppen hinunter in den schönen Garten - und dann wird man mit diesem Blick und dem liebevoll gedeckten Tisch belohnt. Wenn dann noch das Essen stimmt, dann fühlt man sich im siebten Tessiner Himmel.

Dass die Weinkarte excellent ist, daran hatte ich bereits vorab keine Zweifel, Federica Klausener ist die Tochter einer der besten Tessiner Winzer, Fabienne und Eric Klausener, deren raren "Baronessa Rossa" ich hier auch auf der Weinkarte entdecke. Wir haben einen Rückweg von knapp 45 min, dann doch lieber ein leichter Wein, der glasweise ausgeschenkt wird. Die Padrona empfiehlt uns den Tratto Fino der Tenuta San Giorgio der Familie Rudolph in Agno, einen Weißwein aus Bianco di Merlot und Kerner, teilweise im Tank und teilweise im Barrique ausgebaut.

Nach einem Gruß aus der Küche - Frittata mit Kartoffelscheiben und Spinat


gibt es als Vorspeise für mich Insalata di finocchi, arance e menta - Fenchelsalat mit Orangelfilets und Minze, (hätte ich mir etwas weniger süß, sondern deutlich zitroniger angemacht gewünscht)


und für den Signore Vitello Tonnato (eines der besten, die er je gegessen hat)


gefolgt von Trofiette con pomodoro fresco, capperi e olive, hausgemachte Trofiette in einem köstlichen Sugo aus frischen Tomaten, Kapern und Oliven für mich


sowie für Gerhard die Tagesempfehlung: Eglifilets, leicht mehliert, in Butter gebraten, mit Kartoffeln und Gemüse



Die Dessertkarte liest sich sehr verführerisch: Panna Cotta, Semifreddo mit Amaretto, Heidelbeeren mit Sahne, Melonenmousse ... doch das Schokoladeneis war leider aus, der GSS-Test muss auf nächstes Mal verschoben werden, dann müssen wir da halt wieder hin ;-) Und wir kommen gerne wieder, das haben wir dem sympathischen Küchenchef auch versprochen und Versprechen muss man halten.